Quick Links

 

Concours CASE 2020

About

Support Us

News

Contact

© 2020 by Manman Lavi. Created by Ford J.

Search

Die "Mutter de Lebens" aus Weisslingen

Zurich

Artikel: Im Haus am Weiherweg in Weisslingen ist Hochbetrieb. Am Esstisch sitzen Nichten, Neffen und Kinder von Marie Liliane Vedrigue. Sie erscheint kurze Zeit später auch im Wohnzimmer: Eine grosse, haitianische Frau, sorgfältig geschminkt und gekleidet, Sie ist die Gründerin der Stiftung «Manman Lavi», die sich in Haiti für Strassenkinder und Menschen in Armut einsetzt. «Manman lavi ist kreolisch und bedeutet übersetzt Mutter des Lebens», sagt die 44-Jährige, sie hat den Namen von der Bevölkerung erhalten und deshalb ihre Stiftung so benannt. Und ihre Nichte Shirley Vedrigue ergänzt: «Manman lavi ist nicht nur der Name der Stiftung. So wird Sie von den Menschen auf der Strasse gerufen. Mit 16 Jahren kam Frau Vedrigue zum ersten Mal für einige Monate in die Schweiz. Ihre Tante war mit einem Appenzeller verheiratet und sie durfte sie nach ihrer Matura in Haiti besuchen. Hier konnte sie zum ersten Mal Geld verdienen und damit Menschen in ihrer Heimat unterstützen. «Ich hatte das Glück in einer nicht armen Familie aufzuwachsen und durfte zur Schule gehen», sagt Frau Vedrigue, die später in Amerika einen Doktortitel in Psychologie gemacht hat. Im Jahr 2014 gründete sie dann ihre Stiftung «Manman lavi». Nach dem Erdbeben 2010 seien viele Menschen obdachlos geworden. «In den ersten Monaten nach dem Unglück haben viele geholfen und gespendet, doch nach Jahren ist Haiti wieder in Vergessenheit geraten. Die Situation in meiner Heimat ist aber immer noch schlimm.» Viele Menschen lebten noch in provisorischen Zelten oder auf der Strasse und niemand kümmere sich um sie. Aus diesem Grund hat sie ein Programm für Frauen ins Leben gerufen, die sich aus Armut prostituieren müssen. In einer Ausbildungsstätte können die Frauen kostenlos lernen wie man diverse Produkte herstellt, wie z.B. wie Seifen, Ketchup, Mayonnaise usw.. Die Produkte können sie dann verkaufen und wieder auf eigenen Beinen stehen. «Es ist mir sehr wichtig, dass diese Frauen auch psychologische Hilfe bekommen und nach der Ausbildung nicht einfach alleine gelassen werden», sagt Vedrigue. Sie spricht gut Deutsch, mit einem harten französischen Akzent. Bei ihren Ausführungen wendet sie sich manchmal auf Französisch an ihre Nichte, die ihr dann ein Wort ins Deutsche übersetzt. Ihre Nichte, welche auch das Projekt bei der Stadt Illnau-Efrettikon abgegeben hat, ist für die Organisation der Stiftung in der Schweiz zuständig und in Haiti hat Frau Vedrigue ein grosses Team, welches sie unterstützt. Doch das erste Hilfsprojekt war für «Manman lavi» noch nicht genug. Weil es in Port-au-Prince nur ein öffentliches Spital gibt, in dem man aber nur gegen Bezahlung behandelt wird, hat sie im Haus ihres Vaters eine Klinik für Arme eingerichtet. Hier behandelt ein Team aus Ärzten die Patienten günstig und die Armen sogar kostenlos. Doch damit noch nicht genug, sie wollte auch etwas für die Strassenkinder tun und eröffnete ein Kinderheim. «Heute betreuen wir 75 Kinder, die vorübergehend in einem Mietshaus wohnen und betreut werden. Wir bauen aber gerade ein grösseres Heim, damit wir Platz für 250 Waisenkinder haben», sagt Vedrigue, die selber Mutter von zwei Kindern ist. «Obwohl ich hier in der Schweiz bin, ist mein Blick immer noch in Haiti», sagt Vedrigue. Wenn sie von der Armut auf Haitis Strassen und von Einzelschicksalen erzählt, steigen ihr die Tränen in die Augen. Bis heute hat Marie Liliane Vedrigue mit der Familie und ihrem Lebenspartner alles aus der eigenen Tasche bezahlt. «Ich weiss nicht wie viel wir bereits in unsere Projekte investiert haben. Es waren sicher über Hunderttausend Franken.» Doch nun bekommt sie Unterstützung von der Stadt Illnau-Effretikon: Die Stadt, die reformierte und die katholische Kirche, sowie der Verein Solidarbasar unterstützen das Projekt «Manman lavi» mit 25 000 Franken. «Dieses Geld verwenden wir für den weiteren Bau des neuen Kinderheimes, dass bereits in Bau ist», sagt Vedrigue. Diese erste grosse Spende soll der Anfang für eine Zusammenarbeit mit verschiedenen Spitälern und Vereinen sein. «Bis jetzt haben wir alles auf eigene Faust gemacht. Wir hoffen, dass sich das nun ändert. Wir sind für jede Spende dankbar und garantieren, dass jeder Franken eins-zu-eins den bedürftigen zugute kommt.




#RahelSchmuck #Journal #manmanlavi #zurich

39 views